Hochzeitsrede der Brautmutter
Liebe Tochter, Warum weinen wir? Ich habe dich oft weinen gesehen in meinem Leben. Ich hab dich getröstet, als dein Hase Wuschel gestorben ist. Ich habe dich in den Arm genommen als du beim Kirschen stibitzen vom Baum gefallen warst. Deine erste 6 in der Schule, erinnerst du dich? Dein erster Liebeskummer? Dafür sind Mütter da. Um Ihre Kinder zu trösten, für sie da zu sein, sie im Arm zu halten. Und deshalb fällt es uns so schwer euch gehen zu lassen. Als du daheim aus gezogen bist, da warst du gespannt auf die neue Stadt, dein Studium, die neuen Freunde. Und ich habe mir keine Sorgen gemacht, denn mir war klar, dass du das alles meistern würdest. Und ich habe mich für dich gefreut, als du dich dort so wohl gefühlt hast. Dennoch habe ich geweint als du gegangen bist. Wegen des Gedankens, dass ich deine Tränen nicht abwischen kann wenn es dir mal schlecht geht. Auch heute sind Tränen geflossen bei mir, aber nicht aus Sorge, sondern vor Glück. Und das größte Glück für mich ist das Wissen, dass DU glücklich bist. Und dass du in Martin jemanden gefunden hast, der dich trösten wird, wenn ich nicht da bin um das zu tun. Ich wünsche euch beiden von Herzen, dass Ihr zusammen Momente erlebt in denen ihr vor Glück weint. Und dass ihr die Momente, in denen ihr Kummer erfahrt gemeinsam besteht und euch Halt gebt. Aber, ich mache mir da keine Sorgen. Weil ich weiß dass ihr beide das wunderbar hinbekommt. Warum also weinen wir? Ich kann nur sagen, heute habe ich geweint, weil ich meine Freude über eure Hochzeit nicht anders zum Ausdruck bringen konnte. Deshalb auf euch. Und darauf, dass eure Tränen nur Tränen des Glücks sein werden! |


